„Mein Kind in Deinem Bauch -
Das dunkle Geschäft mit den Leihmüttern“

(ZDF 16.5.2006, 22.15 Uhr, 29 Min., in der Reihe „37°“, Wdh. 14.6.2006 um 12.30 Uhr)

Leihmutterschaft ist verboten - so steht es im Gesetz. Doch in der Anonymität des Internets blüht der Schwarzmarkt. Dort stoßen Hildegard und Anton auf Sarah. Die Zeugung ihres Kindes geschieht auf einer Toilette, mit Hilfe einer Klistierspritze. Hildegard und Anton erzählen niemandem davon, nicht einmal ihren Eltern. Ganz heimlich soll das Kind zur Welt kommen.

Auch Sarah, die für ihre Leihmutterschaft eine beträchtliche Summe Geld bekommt, verheimlicht ihre Schwangerschaft vor ihren Eltern. Sie weiß, dass die Eltern niemals damit einverstanden wären. Sarah erzählt von den Vertragsbedingungen, die sie mit Anton ausgehandelt hat und bemüht sich, jede emotionale Beziehung zu dem Baby in ihrem Bauch zu unterdrücken. Ganz einfach ist das nicht, denn immerhin ist sie ja die genetische Mutter des Babys. Endlich ist es soweit, die Entbindung steht bevor.

Doch als der ersehnte Anruf "Das Baby ist da" bei Hildegard und Anton ankommt, findet eine Übergabe des Kindes nicht statt. Hilde und Anton sind offensichtlich einer Betrügerin zum Opfer gefallen. Es wird nie geklärt, ob Sarah ihr Baby selbst behalten wollte oder es einem anderen Paar verkauft hat: die Leihmutter bleibt unauffindbar. Ein solches Betrugsrisiko wollen Hildegard und Anton nicht noch einmal eingehen. Sie beschließen, in der Ukraine eine Leihmutter zu suchen und werden in Kiew fündig. In der Ukraine ist Leihmutterschaft erlaubt und es gibt einen regelrechten Leihmutterschaftstourismus. Auch Ole und Ingrid sind schon vor Monaten nach Kiew gereist, um eine Leihmutter für ihr Baby zu finden. Das Paar ist überzeugt davon, nichts Unrechtes zu tun.

Bei den meisten Leihmutterschaften kommt die Eizelle von einer fremden Frau, nur der Mann ist durch seine Samenspende auch der genetische Vater des Kindes. Bei Ingrid und Ole ist das anders. Das Kind ist genetisch ganz und gar ihr Kind, die Leihmutter hat es nur ausgetragen. Beim Notar tritt sie alle Rechte an dem Baby an Ole und Ingrid ab. Überglücklich reisen Ole und Ingrid mit ihrem Kind, das vor Ort noch offiziell als ihr leibliches Kind ausgewiesen wird, nach Deutschland zurück.

Diana und Steffen finden ihre Leihmutter in Südafrika. Auch dort sind Leihmutterschaften legal, und die Befruchtung wird in einer Klinik durchgeführt. Diana und Steffen gehen offen mit der geplanten Leihmutterschaft um und haben es bereits der Familie, Nachbarn und Arbeitskollegen erzählt. Sie sind davon überzeugt, dass die deutschen Jugendämter nichts dagegen unternehmen können, wenn sie das Baby nach südafrikanischem Recht adoptieren.

"37º" erzählt von den drei Paaren und fragt nach der Verantwortung für ein Kind, das durch Leihmutterschaft geboren wird. Dessen Identitätsfindung kann durch das Wissen um seine verschiedenen Mütter ein lebenslanges Problem sein.

Video (ca. 10 min)

Buch und Regie: Valentin Thurn
Kamera: Rainer Friedrich, Hans Hausmann, Wladimir Galitski
Schnitt: Dorothee Plass
Redaktion: Brigitte Klos
Sprecher: Richard Hucke
Eine Produktion der Valentin Thurn Filmproduktion
im Auftrag des ZDF 2006