Guillaume Depardieu in der Reha-Klinik (c) Elise Depardieu
Elise Depardieu

Guillaume Depardieu - "Es ist die Hölle!"
(francais: voir en bas)

Dienstag, 20. April 2010 um 21.15 Uhr, arte
Wiederholung: 30. April 2010 um 11.05 Uhr, arte

Buch und Regie: Valentin Thurn
Kamera: Rainer Speidel
Ton: Marcel Lepel, Ralf Weber
Schnitt: Rainer Speidel
Archiv: Martina Bolz
Redaktion: Milka Pavlicevic (ZDF)
Eine Produktion von medienkontor Film- und Medien GmbH
Dokumentation 44 Minuten, Deutschland 2009
Im Rahmen des Arte-Themenabends „Tatort Krankenhaus“

Viele Kinofans feierten Gérard Depardieus Sohn Guillaume als größte Nachwuchshoffnung des französischen Films. Doch es kam anders. 1995 musste der 24-Jährige nach einem Motorradunfall am Knie operiert werden. Während des Eingriffs drang der Krankenhauskeim MRSA in die Wunde. Eine endgültige Heilung gab es nicht, weder durch 17 Operationen noch mittels Antibiotika. 2003 schließlich traf Guillaume Depardieu eine harte Entscheidung. Um seinen unerträglichen Schmerzen ein Ende zu bereiten, ließ er sein rechtes Bein amputieren.

Im Kampf gegen die Killerkeime gründete der Schauspieler die "Stiftung Guillaume Depardieu" und machte in Talkshows auf unhaltbare Zustände in französischen Krankenhäusern aufmerksam. Er drohte dem Gesundheitsminister mit einem "Kreuzzug", wenn die Regierung nicht gegen die Zustände in den Krankenhäusern vorgehe. Bald musste er feststellen, dass ihn die Masse der Anfragen überforderte. Sein Lebenswerk übergab er dem Patientenschutzverband "Lien" und konzentrierte sich auf seine Karriere. Während er sich zu Dreharbeiten in Rumänien aufhielt, erkrankte er an einer Lungenentzündung. Plötzlich ging alles ganz schnell. Am 13. Oktober 2008 starb Guillaume Depardieu im Alter von 37 Jahren.

Was ist sein Vermächtnis? Seine zornigen Auftritte im Fernsehen schärften das öffentliche Bewusstsein für die Gefahr der gegen Antibiotika resistenten Keime in Frankreich und sorgten für politischen Druck. Das Gesundheitsministerium, das zuvor nur ungern Zahlen zum Problem veröffentlichte, änderte 2003 seinen Kurs. Seither werden die Erkrankungen landesweit erfasst und publiziert. Und Patienten können nachlesen, wie aktiv ihr Krankenhaus im Kampf gegen die Killerkeime mitwirkt.

Die Reform zeigt heute Wirkung: Als einziges europäisches Land konnte Frankreich in den letzten fünf Jahren die Zahl infizierter Patienten reduzieren, während sich andernorts die Killerkeime weiterhin in den Krankenhäusern ausbreiten.

Filmemacher Valentin Thurn lässt in seiner Dokumentation unter anderem Guillaume Depardieus Exfrau Elise zu Wort kommen. Außerdem äußern sich Freunde und Kollegen. Der Schauspieler selbst ist in zahlreichen Archivaufnahmen aus Dokumentar- und Spielfilmen präsent.

Arte-Webseite

Bericht auf ARD

L'enfer de Guillaume Depardieu

C'est le SARM qui a emporté Guillaume Depardieu. Retour sur un combat douloureux.

mardi, 20 avril 2010 à 21:35, arte

Rediffusions :
30.04.2010 à 11:05
(Allemagne, 2009, 44mn)
Réalisateur: Valentin Thurn

La bactérie tueuse s'est immiscée dans l'organisme de l'acteur lors de l'opération d'un genou en 1995, suite à un accident de moto. Dix-sept opérations plus tard et après des doses massives d'antibiotiques, les douleurs étaient toujours insupportables. Au point que Guillaume Depardieu décidait en 2003 de se faire amputer la jambe. Mais il mourra en 2008 de complications pulmonaires... En 2003, l'acteur avait créé une fondation pour lutter contre les infections nosocomiales. Sa célébrité lui a permis de médiatiser sa lutte contre les négligences du monde hospitalier en la matière. Ses interventions à la télévision et son livre ont marqué les esprits. Le ministère de la Santé publie désormais le nombre de cas de SARM chaque année. La France est le seul pays en Europe à le faire. Avec un résultat fort tangible, puisque le nombre de patients contaminés a nettement diminué au cours des cinq dernières années