Faustrecht hinter Gittern
Wege aus der Gewalt

Ausstrahlung: WDR-Fernsehen, 2. September 2007, 16.25 Uhr
Aktuelle Wiederholung im SWR-Fernsehen am 31. März 2009 um 7.30 Uhr

Ein Film von Valentin Thurn und Britta Dombrowe
Länge: 29 Minuten

Über Stunden quälten im November 2006 Häftlinge einen 20-jährigen Mitinsassen im Jugendgefängnis Siegburg und töteten ihn schließlich. Vom Gefängnispersonal wurde das stundenlange Martyrium nicht bemerkt. Die Tat warf ein Schlaglicht auf die Zustände in deutschen Jugendgefängnissen: Zellen sind überbelegt, es herrscht akuter Personalmangel, Häftlinge werden bis zu 23 Stunden am Tag weggesperrt und sich selbst überlassen.

Das kennt auch der 19-jährige Ufuk, der in Siegburg einsitzt, dem „härtesten Jugendknast“, wie er meint. Ufuk weiß wovon er spricht, mit 14 hatte er bereits 140 Straftaten auf seinem Konto, ist Stammgast in deutschen Gefängnissen und kennt die Regeln hinter den Mauern. „Wenn du im Knast ankommst, dann wirst du erstmal ausgecheckt. Entweder sie haben Respekt oder du musst dir Respekt verschaffen. Da gilt allein das Faustrecht.“ Dabei heißt es im Strafvollzugsgesetz: „Im Vollzug der Freiheitsstrafe soll der Gefangene fähig werden, künftig in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu führen.“

Der Film zeigt die Ursachen wachsender Brutalität hinter Gittern und stellt neue Wege im Jugendstrafvollzug vor.

http://www.wdr.de/tv/gottunddiewelt/archiv/sendungen/faustrecht_hinter_gittern_020907.phtml

Video (ca. 5 min)