„Armutszeugnis – Kinderarmut im reichen Europa“

(ARTE, 10.1.2006, 20.40, 55 Min.), Themenabend: „Arme Kinder“

Armut in der reichen EU - für viele Kinder bedeutet das vielfältige Benachteiligungen: Zuerst bei der Bildung: sie haben schlechtere Leistungen in der Schule, brechen häufiger die Schule ab. Oder bei der Gesundheit: sie sind öfter krank als Kinder aus besser gestellten Familien, und bei den materiellen Möglichkeiten : oft ist kein Urlaub möglich. Allerdings - das zeigte sich in Deutschland ebenso wie in England und Frankreich - wenn Eltern wenig haben, dann kratzen sie doch alles verfügbare Geld zusammen, um wenigstens Geschenke für die Kinder kaufen zu können, schnüren lieber den Gürtel enger, sparen beim Essen oder dem Auto und wollen um jeden Preis vermeiden, dass ihre Kinder die Armut als Einengung erleben. Die Regierungen helfen dabei in unterschiedlichem Maß: Am schlimmsten ist die Situation immer noch in England, allerdings ist es der Regierung in den letzten 5 Jahren gelungen, die einstmals höchste Rate von Kinderarmut ganz Europas um ein Viertel zu reduzieren. Milliardensummen werden in die frühkindliche Bildung gepumpt, um Chancengleichheit bereits im Vorschulalter zu ermöglichen. Ganz anders die Situation in Deutschland. Waren die sozialen Ungleichheiten in der Vergangenheit relativ abgefedert, so bewegt man sich konstant auf das britische Niveau hinab. Frankreich steht geringfügig besser da, aber auch hier sorgt die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit für eine dauerhaft hohe Kinderarmut. Ein großer Kontrast allerdings in Skandinavien, zuvorderst in Dänemark, wo es so gut wie keine Armut bei Kindern und Familien gibt. Was machen die Dänen besser? Der Film führt durch vier Länder Europas und sucht nach Antworten, wo Armutsbekämpfung ansetzen kann und welche Modelle erfolgversprechend sind.

Video (ca. 10 min)

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