„Alle Mann von Bord –
Wo die großen Schiffe sterben“

(ARTE 24.5.2000, 30 Min.)

Sie befahren die Weltmeere für deutsche Reeder, doch ihr Leben endet in Südasien. Drei Viertel aller Hochseeschiffe weltweit werden an den Stränden Indiens abgewrackt. Hunderte Arbeiter zerlegen die Ozeanriesen in Handarbeit, ohne jeden Schutz gegen Giftstoffe an Bord.

Sie packen Asbest von Hand in Säcke und atmen beim Schweißen giftige Bleidämpfe ein. Unfälle sind an der Tagesordnung: Schweißfunken lösen Gasexplosionen aus, Stahlteile fallen den Arbeitern auf den Kopf. Die indischen Arbeiter sagen: „Ein Tag – ein Schiff – ein Toter“.

Auch die deutsche Marine entsorgte Schiffe in Indien, die besonders stark mit Asbest belastet sind. Das könnte sich ändern. Nach öffentlichen Protesten wird jetzt in Dänemark erstmals in Europa wieder ein Schiff im eigenen Land verschrottet. Durch die strengen europäischen Umweltstandards ist dies allerdings deutlich teurer als in Indien.

Vor 20 Jahren gab es noch Abwrack-Werften in Deutschland. Ein schmutziges Geschäft: Ehemalige Werftarbeiter erkranken noch Jahrzehnte später an Asbestose oder Lungenkrebs. Denn damals hantierten sie genauso ungeschützt mit Asbest und Bleifarben wie heute die Inder.

Video (ca. 5 min)

Buch: Valentin Thurn
Kamera: Hans Hausmann
Assistenz: Till Butenschön
Schnitt: Inge Kamps
Sprecher: Josef Tratnik
Redaktion: Bruno Funk
Wir danken: RSN Asbestentsorgung, Carsten Gutland / Greenpeace, SWR / Report Mainz